Bad Schönborn erhält Unterstützung für das Thermarium vom Land

Minister Guido Wolf überreicht virtuell Höchstbetrag aus der Stabilisierungshilfe für kommunale Thermen

Bad Schönborn (bsr). Früher wären Bürgermeister Klaus Detlev Huge und Thermarium Geschäftsführer Markus Hoppe nach Stuttgart gefahren, wo Tourismusminister Guido Wolf sie mit einem übergroßen Scheck erwartet hätte. In Corona-Zeiten kommt der Förderbescheid in Höhe von 800.000 Euro aus der Stabilisierungshilfe des Landes für kommunale Thermen und Mineralbäder in Form einer Videokonferenz mit virtuellem Übergabefoto. Doch unabhängig von der Überreichungsform, klar ist, dass Bad Schönborn den Höchstbetrag der möglichen Förderung erhält.

Am Freitag übergab Minister Guido Wolf den Scheck des Landes virtuell. Der Zuschuss dient dem teilweisen Ausgleich der finanziellen Schäden durch die Corona-bedingte Schließung des THERMARIUM. Die Gemeinde hatte durch eine Kapitalerhöhung um 2,9 Millionen Euro bereits im Sommer die Existenz der Therme gesichert. Für die Zeit danach wurden bereits Bundeshilfen beantragt.

Für eine wirksame Unterstützung der Thermen in Baden-Württemberg hatten sich nicht nur Bürgermeister Huge in seiner Eigenschaft als Vize-Präsident des Heilbäderverbandes und Thermenchef Hoppe stark gemacht, sondern auch die Landtagsabgeordneten Uli Hockenberger und Andrea Schwarz.
Tourismusminister Wolf erinnerte bei der Videokonferenz daran, „dass Baden-Württemberg das Bäderland Nummer eins in Deutschland ist“ und es auch noch nach der Krise sein will. Wellness und Gesundheitstourismus sind ein enormer Wirtschaftsfaktor im Land – fast ein Viertel der Übernachtungen entfallen auf Thermen- und Heilbäderkurorte. Wichtig sei, so der Minister, “dass wir die kommunalen Thermen, die bislang durch die Raster sämtlicher Hilfsprogramme gefallen sind, mit einem eigens zugeschnittenen Hilfsprogramm unterstützen. Bad Schönborn ist mit seinem Thermarium ein wichtiges überregionales Erholungszentrum. Ich freue mich, dass wir die Gemeinde mit ihrem Wellness- und Gesundheitspark mit der maximal möglichen Fördersumme unterstützen können.“
Die 800.000 Euro sind Teil von insgesamt 15 Millionen Euro, die als Stabilisierungshilfe für die Thermen und Mineralbäder betreibenden Kommunen zur Verfügung stehen.

Bürgermeister Huge bedankte sich für die Förderung und schilderte die Situation des Thermariums, das 2020 zum ersten Mal in seinen über 45 Betriebsjahren auf finanzielle Hilfe der Kommune angewiesen war. „Die monatlichen Lockdown-Verluste gefährden auch weiterhin den Fortbestand der Therme. Dennoch versuchen wir als Kommune die Therme, die ja das Herzstück unseres Tourismus darstellt, maßgeblich zu unterstützen. Doch auch wir als Kommune haben durch Corona sowohl erhebliche Mehrausgaben als auch deutlich weniger Einnahmen. Gerade deshalb ist die Unterstützung des Landes besonders wertvoll.“
Huge dankte auch allen, die sich für das Thermarium einsetzen – ob Gemeinderat, Gesellschafter, engagierte Mitarbeiter oder treue Kunden, auf die die Therme nach der Wiedereröffnung im hohen Maß angewiesen sein wird.

 

Quelle: PM der Gemeindeverwaltung Bad Schönborn, "Bad Schönborn erhält Unterstützung für das Thermarium vom Land", Fotoquelle: Land Baden-Württemberg, Ministerium der Justiz und für Europa, 5.3.2021

Tourismusminister Guido Wolf (neben dem Bildschirm) bei der virtuellen Übergabe des Förderungsbescheids mit Bürgermeister Klaus Detlev Huge (Mitte) und Thermarium-Geschäftsführer Markus Hoppe (rechts). pandemiebedingt fand keine persönliche Übergabe des 800.000 Euro-Förderbescheids statt.

Beratung läuft auch über Skype

Ernährungsberaterin Ute Müller

Neue Wege der Kommunikation

Das Thermarium wird erstmals ein der Geschichte des Bades über mehrere Monate geschlossen haben. Neue Wege muss so auch Ernährungsberaterin Ute Müller gehen. Wieder einmal über den Gartenzaun haben wir Sie gefragt, wie ihre Klienten und sie mit der Situation umgehen. „Das läuft erstaunlich gut“, hat sie uns freudig verraten, denn auch die älteren Patienten verfügen heute erstaunlich häufig schon über Skype. Das ist zwar anstrengender als das direkte Gespräch vis-à-vis, aber wesentlich besser als telefonisch und habe sogar Vorteile. So könne so mancher auch mal schnell nachschauen, was etwa auf einer Packung in der Speisekammer steht. Außerdem kann man auf das Tragen einer Maske verzichten, was die Kommunikation doch erheblich erschwert. Auch bei der Sozialarbeit kann die inzwischen weit verbreitete Technik sehr hilfreich sein, denn in dieser Zeit steht ein großes Beratungsangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern zur Verfügung. Ansprechpartner in der Gemeinde, der offenen Jugendarbeit, der Schulsozialarbeit, der psychologischen Beratungsstelle oder auch die „Nummer gegen Kummer“ bzw. das Elternstresstelefon des Kinderschutzbundes findet man auf der Homepage der Gemeinde. www.bad-schoenborn.de

 

Quelle: Claudia Maciejewski, "Beratung läuft auch über Skype", Bad Schönborner Woche, 23.04.2020

Thermarium nutzt Zwangspause für Revision

Schließung des Wellness- und Gesundheitsstandorts schon seit über vier Wochen.

Bad Schönborn (ris).
Die bunten Fliesen der Außenbecken strahlen in der Frühlingssonne bei angenehmen Temperaturen – doch im Thermarium herrscht gähnende Leere. Wo sich sonst Badegäste vor der Düse im Solewasser räkeln saniert ein Arbeiter gerade Fließen. In der Saunalandschaft sind die Öfen aus, das Fitnesszentrum ist beängstigend still und in der Salzgrotte relaxt niemand. 

Als eine der ersten Einrichtungen in Bad Schönborn musste das Thermarium samt Therme, Sauna, Fitnesszentrum, Therapieabteilung, Totes-Meer-Salzgrotte und Wellnessbereich seine Türen am 14. März wegen der Corona-Pandemie schließen. Für Geschäftsführer Markus Hoppe und sein Team trat damit eine nie zuvor dagewesene Situation ein. „Wir haben in 45 Jahren lediglich jährlich zur Revisionswoche Ende Juni kein Publikum im Thermarium gehabt. Selbst alle großen Sanierungen und Renovierungen haben wir immer bei laufendem Betrieb durchgeführt – jetzt ist alles ruhig. Die Gäste und die meisten unserer Mitarbeiter sind nicht da - das Herz des Thermariums steht still,“ so Hoppe. 

Schon mit der Schließung fiel der Beschluss, die jährliche Revisionswoche vorzuziehen, damit man nach der Freigabe zur Wiedereröffnung durchstarten könne. „Zum Glück arbeiten wir seit Jahren überwiegend mit örtlichen Firmen und altbekannten Fachfirmen zusammen“, erklärt Hoppe. So konnten die Arbeiten rasch um drei Monate vorverlegt werden.

Das Technikteam sei wie die Fachfirmen im Dauereinsatz und mache alle möglichen Reparaturen und Erhaltungsarbeiten, die in Eigenleistung machbar sind. Fachfirmen kümmern sich um den Rest. Die riesigen Becken wurden geleert und gereinigt, Fließen erneuert, Betondecken saniert, Deckenleuchten erneuert, um nur ein paar „Baustellen“ zu nennen. 

„Wir tun alles, damit wir sobald möglich wieder durchstarten können“, versichert der besorgte Geschäftsführer Markus Hoppe, der vor kurzem sein 20-jähriges Dienstjubiläum beging. Die angeordnete Schließung sei der wirtschaftliche GAU – wie für andere Branchen auch. „Der finanzielle Schaden bei uns ist noch gar nicht absehbar, aber er wird enorm sein. Die Höhe hängt von vielen Faktoren ab, die wir gar nicht beeinflussen können.“

Auch für die Mitarbeiter sei die Schließung schwierig. Während das Technikteam und Teile der Verwaltung im Dauereinsatz sind – wofür Hoppe ihnen herzlich dankt und die sehr gute Unterstützung lobt – sind 90 Prozent der zirka 70  Mitarbeiter in Kurzarbeit. Als Schutzmaßnahme arbeiten noch wenige Verwaltungsmitarbeiter einzeln im Schichtdienst oder vom Home-Office aus.

Trotz der misslichen Lage schaut das Thermarium-Team nach vorne. Schon jetzt wird am Ablauf der noch nicht absehbaren Wiedereröffnung gefeilt. Kassen werden umprogrammiert, um die Eintrittskartengültigkeit um die Länge der Schließung automatisch zu verlängern, neue Angebote werden entwickelt und vorbereitet und die schnelle Verlegung ausgefallener Behandlungstermine vorbereitet. Markus Hoppe weiß, dass der Wiedereinstieg für die Bäder nicht gleich zu Beginn der Lockerungen der Pandemie-Schutzmaßnahmen kommen wird. Doch sobald möglich soll der betriebliche Neustart gut vorbereitet anlaufen. „Die Motivation ist trotz allem nach wie vor sehr hoch und alle ziehen an einem Strang!“  

Bildbeschreibung: Fleißig wird in den leeren Becken des Thermariums gearbeitet. Für die Wiederaufnahme des Badebetriebes ist die Therme gut vorbereitet. (Foto: Thermarium)


Quelle: Nadia Ries, "Thermarium nutzt Zwangspause für Revision", BNN, 17.04.2020